Sind Grünalgen grün, Blaualgen blau und Rotalgen rot? Kann man alle essen oder sind manche sogar giftig? Leben sie nur im Wasser? Sind das überhaupt Pflanzen und können sie sterben?
Du kennst Algen vielleicht aus dem See oder Aquarium, sie wachsen entweder hoch wie Gras oder kleben schleimig an Steinen oder Scheiben fest. Eigentlich sind sie immer grün, mal dunkel, mal hell, und auch wie bei Pflanzen und Blättern mal braun oder rötlich. Algen sind auch Pflanzen, nämlich Wasserpflanzen.
Unter den fast einer Million unterschiedlichen Arten von Algen, gibt es auch die ganz winzig kleinen. Man nennt sie Mikroalgen.
Eine Alge mit einem Auge
So klein sind auch Blaualgen. Sie sind Bakterien und können so wie Plankton von Spongebob Schwammkopf sogar mit nur einem Auge sehen. Damit erkennen sie Licht und schwimmen mit ihren kleinen Armen in dessen Richtung. Das heißt, sie sind ganz schön schlaue Wesen.
Wissenschaftler haben von Blaualgen viel gelernt und untersuchen nun auch Gehirnzellen von Fliegen und anderen kleinen Tieren. Mediziner könnten einzelne Zellen im Gehirn an- und ausschalten und durch Licht steuern, so wie bei der Blaualge, um zum Beispiel Krankheiten zu lindern.
Algen fressen gern!
Du hast dich bestimmt schon mal im See erschreckt, was da deinen Fuß berührt. Das waren sicherlich nur lange Blätter von Algen. Du brauchst keine Angst vor fleischfressenden Algen haben. Sogar besser! Sie bevorzugen Abfallprodukte viel lieber.
Feinstaub
Staub ist nicht nur das was du aus dem Teppich schütteln kannst. Alles was einen Auspuff hat und es daraus raucht produziert Staub. Fabriken, Autos, Flugzeuge, aber auch Farben und Lacke geben Abfallprodukte und Schadstoffe in die Luft ab.
Diesen Dreck kann man mit den Augen nicht sehen, denn es ist ganz feiner Staub, den man nur unter der Lupe oder dem Mikroskop sehen kann.
Ein Mensch atmet jeden Tag etwa 10.000 Liter Luft. Magst du so dreckige Luft einatmen? Manchmal stinkt es nicht nur, sondern die Lungen werden auch dreckig, man hustet viel und kann krank werden.

Bestimmt weißt du schon, dass Bäume und Pflanzen Sauerstoff für Menschen zum Atmen produzieren. Aber sie reinigen auch die Luft. Doch besser als Bäume und Pflanzen fangen Mikroalgen diesen Staub auf und filtern die Luft, für sie sind diese Schadstoffe gesundes Essen, also Nährstoffe!
Warum sind Mikroalgen dafür besser als andere Pflanzen?
Sie wachsen 5 bis 10 mal schneller als andere Pflanzen, brauchen nicht viel Platz oder Licht, man muss sie auch nicht oft gießen, denn sie haben keine dicken Wurzeln, Blätter oder einen Stamm.
Und wenn sie austrocknen sollten, kann man sie mit Wasser einfach wiederbeleben.
Außerdem können sich Algen gegen Insekten wehren, denn sie produzieren Giftstoffe, die für die kleinen Insekten tödlich wären.
Algen leben doch im Wasser?!
Stimmt! Wie sollen sie also aus dem Wasser die Luft reinigen? Dazu haben Wissenschaftler ein Algenbild erfunden.

Die Mikroalgenschleimschichten von den Erfindern sind aber besonders! Sie können anders als Pflanzen auch ohne echtes Sonnenlicht überleben und Sauerstoff produzieren.
Schau dir im Video an, wie die Erfinder des Algenbildes im Labor arbeiten:
Die Erfinder bauen auch einen großen Kasten für die Straße, der ganz viele Algenbeete stapelt. Dieser Kasten reinigt für ein Umfeld von bis zu 1 Kilometer so viel Luft wie mehrere Bäume zusammen!
Was tust du für saubere Luft in deiner Stadt?
Es gibt Künstlerinnen und Künstler, die aus Algen nützliche Kunst machen. In einem Workshop bekommt man alle Materialien und Hilfsmittel, um ein Algenbild selber zu machen. Vielleicht schaust du mit deinen Eltern mal vorbei.
Mikroplastik
Was für Müll außer Feinstaub und Schadstoffe in der Luft essen Algen noch? Winzig kleinen Plastikmüll.
Eigentlich braucht eine Plastikflasche 450 Jahre, um sich zu zersetzen. Aber bei Regen und Wind und anderem Wetter geht das Plastik nur kaputt und zerfällt zu winzigen Teilchen, die Mikroplastik genannt werden. Das kann man ohne Lupe gar nicht mehr sehen oder das Meer und die Welt davon sauber machen.
Wissenschaftler versuchen deshalb Algen auf den Geschmack von Mikroplastik zu bringen!
Sie entwickeln ein Plastik-Verwertungssystem, wobei Algen das Mikroplastik verdauen. Was sie dann ausscheiden kann wieder zu Plastik gemacht werden.
So kann dann auch der „unsichtbare“ Mikroplastikmüll beseitigt werden und es muss nicht neues Plastik hergestellt werden, der nur mehr Müll verursacht.
Bald auch Benzin aus Algen?
Viele Autos, Flugzeuge und Maschinen oder sogar noch die Heizung werden mit Öl ganz tief aus der Erde betrieben – Erdöl. Denn Öl kann man verbrennen und mit dieser „Feuerkraft“ dann Maschinen antreiben. Doch es gibt viele Menschen auf der Erde und das Erdöl wird immer seltener. Können da Algen auch helfen?
Alle Mikroalgen enthalten Fette. Aus Fetten kann man Öl machen. Und aus Öl verschiedene flüssige Kraftstoffe für Autos, Flugzeuge und große Anlagen. Wenn man aus nachwachsenden Rohstoffen – also Pflanzen – Kraftstoff macht, heißt dieser dann Biokraftstoff.
Manchmal ist das ganz leicht, manchmal schwer. Daher experimentieren Wissenschaftler noch mit welcher Alge man welchen Kraftstoff am einfachsten und viel auf einmal machen kann.
Rundumtalent: Algen!
Wie du gelesen hast, sind überall Wissenschaftler damit beschäftigt mit Algen mehr Nachhaltigkeit für die Erde schaffen.





